~*Zan*~


Volk: Schwarzer Numenor

Geburtsjahr: 404 D.Z.

Herkunft: Minas Tirith

Information:


Aussehen des Chars :

Zan ist etwa 185 cm groß, hat dunkel braunes, gelocktes Haar, das er mit einem Lederband locker im Nacken zusammengebunden hält und ganz dunkel braune, ausdrucksstarke Augen, die andere schnell in ihren Bann ziehen. Sie sind der Spiegel zu seiner Seele. In ihnen ist hauptsächlich Güte und Sanftmut zu lesen, doch auch Eiseskälte ist ihnen nicht fremd und blickt man ihm dann in die Augen, läuft einem ein Schauer über den Rücken. Wenn er lächelt, was relativ selten ist, bilden sich kleine Grübchen in seinen Mundwinkeln und er steckt andere mit seinem Lachen an.

Seine Augenbrauen sind fast schon zu schön geschwungen für einen Mann, verleihen seinem Gesicht etwas außergewöhnliches, zusammen mit seiner geraden Nase, den schmalen Lippen und seinen markanten, aber feinen Gesichtszügen, die manchmal wie aus Stein gemeißelt scheinen und nichts davon preisgeben, was in ihm vorgeht. Arrogant beschreiben die einen seinen Gesichtsausdruck dann, die anderen als unheimlich, weil sie ihn nicht deuten können.

Ungewöhnlich sind auch die strahlend weißen, kerzengeraden Zähne. Sein Gesicht ist freundlich und sympathisch, doch gleichzeitig versteckt er seine Gefühle gut hinter der undurchdringlichen Maske. Seine Schultern sind breit und seine Hüften schmal. Obwohl er eine schmale Gestalt ist, ist alles an ihm, jeder Muskel, durchtrainiert und er bewegt sich mit einer ihm eigenen Eleganz und Anmut auf seinen langen, schlanken Beinen.

Meist trägt er Stiefel und Hosen aus weichem, dunklen Leder, die eng um seinen Körper liegen, dazu eine ärmellose Tunika, an den Hüften von einem Ledergürtel festgehalten, an dem auch ein schmales Schwert befestigt ist. Im Winter trägt er darunter ein Baumwollhemd und darüber einen warmen Umhang, den seine Mutter einst für ihn gemacht hat. Aufgrund einer Verletzung, die er sich als Junge zugezogen hat, trägt er rechts einen Handgelenkschutz mit eingeritzten Verzierungen, gemacht von seinem Vater, der knapp unterhalb des Ellebogens endet.

Um den Hals trägt er ein Medallion, geschützt vor neugierigen Blicken unter der Kleidung auf bloßer Haut. Ein Medallion, das so vieles sagt und so vieles verschweigt, das man erst zu deuten wissen muss, um es zu verstehen. Ein Medallion mit alten, fast vergessenen Symbolen.

Charaktereigenschaften (Persönlichkeit):

Zan ist ein sehr ruhiger, schweigsamer Typ, der sich nicht gerne in den Mittelpunkt des Geschehens stellt, sondern sich lieber am Rande des Geschehens bewegt, beobachtet und Eindrücke auf sich wirken lässt. Ihn lächeln zu sehen, ist eher selten, doch wenn er es tut, dann überträgt es sich gleich auf die Leute in seiner Umgebung. Er ist ein ernster junger Mann, immer freundlich und höflich, lässt aber niemanden an sich heran, außer seine Freunde und seine Familie, doch auch sie schließt er aus, wenn er es für nötig erachtet. Er besitzt eine ungewöhnlich schnelle Auffassungsgabe, die ihn auch auf heikle Situationen schnell und überlegt reagieren lässt. Seine Handlungen sind selten intuitiv. Eine Situation nicht unter Kontrolle zu haben ist unerdenklich, absolute physische und psychische Beherrschung sind für ihn unabdingbar, um Schutz und Sicherheit gewährleisten zu können, für seine Familie, aber auch für sich selbst. Er lässt kaum Emotionen sichtbar zu, will anderen nie eine Last sein. Probleme und alles Negative frisst er in sich hinein, anstatt sie mit anderen zu teilen. Andersherum ist er wieder sehr darauf bedacht, für seine Freunde und Familie da zu sein und zu helfen, wo er nur kann, stark dirigiert von seinen starken Empfindungen von Gefühlen und Emotionen der Leute in seiner Umgebung.
Obwohl sanfter Natur, ist er dennoch ein gut ausgebildeter Krieger, der ohne zu zögern das Kommando übernimmt, Befehle erteilt und Entscheidungen fällt und die Konsequenzen trägt, wenn er davon überzeugt ist, dass er am besten weiß, was zu tun ist. Er kann eiskalt sein, wenn nötig und nicht das leiseste Gefühl zulassen.

Welche Verhaltensweisen hat Dein Char?

Es ist bereits deutlich geworden, dass Zan eine ruhige, beherrschte Person ist, die erst denkt und dann handelt. Was auch immer er anfängt, hat Hand und Fuß und wird bis zum bitteren Ende durchgezogen. Selten übernimmt er eine Führerrolle und wenn doch, dann nur, wenn es sich nicht vermeiden lässt und das Leben anderer auf dem Spiel steht.

Oft zieht Zan sich alleine in die Natur zurück, um die Ruhe und den Frieden zu genießen und seinen Gedanken nachhängen zu können. Die Welt ist voller Wunder. Wer glaubt nicht an sie, wenn es einen Regenbogen und wilde Blumen, die Musik des Windes in den Bäumen und sein Pfeifen, wenn er über die Ebenen stürmt, und die Stille Erhabenheit der Sterne gibt? Doch auch Städte üben ihren Reiz auf ihn aus, denn allzu lange untätig sein liegt ihm nicht.

Welche Fähigkeiten besitzt Dein Char?

Gefühle, Emotionen, Empfindungen...sie alle stürmen ständig auf ihn ein, doch nicht seine eigenen, sondern die der Personen in seiner Umgebung. Eine Gabe oder Fluch? Manchmal ist der Ansturm an Gefühlen so stark, dass es ihn beinahe den Boden unter den Füßen wegzieht und er mit rasenden Kopfschmerzen geplagt wird, denn er nimmt sie nicht nur wahr, sondern manchmal, wenn er es nicht kontrollieren kann, gehen sie auf ihn über.

Pfeil und Bogen sind für ihn mehr als nur gute Freunde, ebenso das lange schmale Schwert, die Waffen heraufbeschworen von der kindlichen Neugier gegenüber dem Sagenumworbenem Legolas Greenleaf und dem Wunsch so zu sein wie er. Unterstützt von seinem Vater und seinen Reisen ist er ein wahrer Meister im Umgang mit diesen Waffen geworden. Doch hat er gelernt, sie nur einzusetzen, wenn es sich nicht vermeiden lässt. Wer mit einer Waffe gut umzugehen weiß, sagte sein Vater einst zu ihm, der besitzt eine Macht, die nicht missbraucht werden darf!

Zuneigungen und Abneigungen Deines Chars:

Auf Tiere übt er eine geradezu magische Anziehungskraft aus, selbst den zornigsten Hengst beruhigt er allein schon durch seine Anwesenheit, als könne er mit ihm kommunizieren. Er liebt die Natur und ist gerne auf Reisen, entdeckt neues und altes. Zan zählt nicht zu den nachtragenden Menschen, so lange Entschuldigungen ernst gemeint sind. Lügner kann er nicht ausstehen, genauso wenig, wie Leute, die sich an schwächern vergreifen. Du und dein dämlicher Heldenkomplex! hat Narvik ihn oft beschimpft, was Zan mit einem verlegendem Grinsen abgetan hat.

Was fürchtet Dein Char am meisten? Was respektiert er am meisten?

Die größten Ängste sind nicht da zu sein, wenn seine Familie und seine Freunde ihn am meisten brauchen, eine Sache, die er sich nie verzeihen würde und aufgrund seiner Fähigkeiten nicht akzeptiert zu werden, was er auch schon hat zu spüren bekommen. Obwohl er weiß, dass an dem Lauf der Zeit nichts zu ändern ist hat er schon fast panische Angst davor, seine Familie und seine Freunde zu verlieren. Sie sind sein Rückhalt, auch wenn sie nicht immer in seiner Nähe sind. Dass Evon und Tabea nicht seine leiblichen Eltern sind, hat Zan nie gestört, im Gegenteil, es hat seine Liebe für sie nur noch größer und stärker gemacht.

Lebenslauf des Chars:

Ein Gesicht, mit fröhlichen Augen und den Mund zu einem glückliche Lachen verzogen, das Gesicht einer Frau, die die erste große Liebe seines Lebens war, gekoppelt mit dem Gefühl geliebt, geborgen und gewollt zu sein. Ein weiteres Gesicht, diesmal männlich, doch nicht weniger glücklich, das sich nähert, das Kratzen von Haaren auf seinem Gesicht und sein eigenes begeistertes Kichern. Die Frau, schlank und klein, mit elfenbeinfarbener Haut, goldenen Haaren eines Engels gleich und bernsteinfarbenen Augen. Der Mann, riesig und stahlhart, mit sonnengebräunter Haut, schwarzen Haaren und Augen der Farbe des Meeres gleich…das sind seine ersten Erinnerungen an seine Eltern.

Wie es dazu kam:
Wer hat nicht schon von dem Volk der Numenorer gehört?! Das Volk, das im zweiten Zeitalter der Sonne Geschichte schrieb, das den Wandel der Welt herbeiführte! Unter dem Einfluss Saurons stehend stellten die Numenorer die größte Flotte auf, die die Welt bis dahin je gesehen hatte, um Krieg gegen die Völker der Unsterblichen Landen zu führen, um selbst die Unsterblichkeit zu erlangen. Doch zu dem Krieg kam es nie, denn der Wandel der Welt vollzog sich: Berge stützten ein und begruben die Flotte unter sich, der Vulkan in der Mitte Numenors brach aus und Numenor versank im tosenden Meer.
Nur wenige Numenorer überlebten und erreichten die Küste Mittelerdes, wo sie das Königreich Gondor gründeten und sich zu Waldläufern entwickelten. Sie sind heute als Dunédain bekannt.
Doch es gab den Stamm der Schwarzen Numenorern aus Haradwaith, die bis zum Ringkrieg und noch darüber hinaus Sauron gehorchten. Sie vermischten ihr Blut mit dem Blut der Haradim und nur wenige waren darauf bedacht, ihr Blut rein zu halten. Zu einem dieser Stämm gehörten Zans leibliche Eltern.

Kaum ein Volk war den Schwarzen Numenorern wohl gesonnen. Das Volk war gefürchtet wegen seiner Weisheit und seiner Art von Magie, die von den Unwissenden als Hexerei beschrieben wurde. Städte wurden überfallen, in dem Versuch, das gefürchtete Volk auszurotten. Doch einige wenige konnten sich retten, so auch Zans leibliche Eltern. Es mögen vielleicht knapp 2 Dutzend Männer und Frauen gewesen sein, die die lange, beschwerliche und gefährliche Reise in den Westen antraten, um ein neues Leben zu beginnen. Zu dieser Gruppe zählten zwei Großcousinen, die beide schwanger waren.

Als sie Minas Tirith erreichten gebar die Eine ihr Kind, einen Jungen, während sie selbst bei der Geburt starb. Der Vater wollte das Neugeborenes, welches zu einem ohne Mutter nur eine geringe Überlebenschance hatte und zum anderen eine große Last für die Gruppe war, die so schnell wie nur eben möglich vorwärts kommen musste, um ihr eigenes Überleben zu sichern. So wurde das Neugeborene nahe der Stadt ausgesetzt, in der Hoffnung, dass jemand ihn finden, aufziehen und ihm ein normales Leben bieten würde. Alles, was sie ihm mitgaben, war die Decke, auf der sein Name gestickt war und in der er eingewickelt war, damit er nicht erfror, und das Medaillon, das der Mutter gehört hatte und ein Familienerbstück war.

Es war früher Morgen, die Sonne ging gerade erst auf und Tau benetzte noch die weiten Flächen vor der Stadt als Evon mit seiner Frau Tabea durch die noch ruhigen Ringe Minas Tiriths spazieren ging. Unterschiedlich wie Tag und Nacht waren sie, Gold und Schwarz, Bernstein und die Farbe des Meeres, zierlich und die Kraft eines Bären, der Verstand eines Wolfes und die Einfachheit, die wunderschöne Magd und der Soldat, verbunden durch eine unsterbliche Liebe zueinander. Hand in Hand wanderten sie über die über die Grünfläche des zweiten Rings in der Nähe der Truppenunterkünfte, einfach nur das Alleinsein und die Anwesenheit des Partners genießend, an dem freien Tag für sie beide, als sie das strampelnde und empört schreiende Bündel in einiger Entfernung unter einem Baum wahrnahmen.

Geschwind lief Tabea auf das am Boden liegende Bündel zu, noch ehe ihr Gatte reagieren konnte. Dort angekommen sank sie auf ihre Knie und streckte ihre Hand nach der Decke aus, um sie von dem Gesicht des Kindes zu ziehen. Ein dunkler Schopf und die zwei dunkelsten Augen, die sie je gesehen hatte. Tränen des Zorns liefen über das Gesicht, das vor Anstrengung schon rot angelaufen war und die Unterlippe zitterte. Ein Blick in Tabeas Gesicht genügte um Evon, der seiner Frau gefolgt war, aufseufzen und sich neben ihr nieder zu lassen. Sobald die Frau die Hände nach dem Baby ausstreckte und es auf den Arm nahm, verstummte das Weinen und neugierige, aufgeweckte Augen blickten ihr entgegen und sie verliebte sich unsterblich. Evon, der seiner Frau nichts abschlagen konnte und er sich selbst in das kleine Geschöpf Hals über Kopf verliebt hatte, willigte schließlich ein, den Jungen mitzunehmen. Nach mehreren Fehlgeburten hatten beide die Hoffnung schon aufgegeben jemals ein Kind zu bekommen. Ihr Beten war erhört worden und so nahmen sie das Findelkind, das jetzt ihr eigenes Kind war, mit zu sich nach Hause.

Evon war ein einfacher, aber guter Soldat. Er war nicht der Klügste, aber er kam immer seiner Pflicht nach und leistete gute Arbeit. Ein Jahr nach dem sie Zan gefunden und nach dem Namen auf der Decke benannt hatten, ließ er sich von seiner Frau erweichen und gab seinen Soldatstatus auf, um mit ihr und seinem Sohn in ein Dorf ganz in der Nähe von Minas Tirith zu ziehen, wo sie einen Bauernhof gründeten. Evon war harte Arbeit gewohnt und seine gescheite Frau brachte das Wissen mit und so wuchs Zan in einer ländlichen und freundlichen Gegend auf, wo jeder jeden kannte, wo Kinder nie im Wege waren und spielen konnten, wie ihr Herz es begehrte.

Doch Zan war anders als die anderen Kinder. Spielen allein reichte nicht aus, um ihn beschäftigt zu halten. Bereits in jungen Jahren versuchte Tabea im Lesen und Schreiben beizubringen, dabei stellten sie eine Lese- und Schreibschwäche bei ihm fest, was aber nichts an der Liebe seiner Eltern zu ihm änderte. Sie hofften, dass es sich mit der Zeit geben würde. Von Evon lernte er, wie man Felder bestellte und mit Tieren umging. Nie gingen Zan die Fragen aus, immer musste er wissen wieso und weshalb, und nie verloren seine Eltern die Geduld mit ihm und brachten ihm mit Stolz all ihr Wissen und Können bei und gaben ihm, was so vielen anderen verwehrt war: Liebe!

Je älter Zan wurde, desto mehr kapselte er sich von seinen Spielgefährten ab, unfähig mit dem umzugehen, was er von ihnen empfing. Immer stiller wurde er, der sonst immer nur lachte und dem die Fragen nie ausgingen, dass seine Eltern sich ernste Sorgen um ihn machten. Es dauerte lange, bis Zan sich ihnen anvertraute, aus Angst, dass sie ihn genauso ausschließen und verprügeln würden, wie seine Spielgefährten es getan hatten, nachdem er ihnen offen gesagt hatte, wie es in ihrem Inneren gerade aussah. Nur schwer erzählte er Tabea und Evon von seiner ungewöhnlichen Fähigkeit, die Gefühle und Emotionen derer in seiner Umgebung wahrzunehmen und zum ersten Mal seit er denken konnte, bekam er keine Antwort auf eine Frage: Warum er anders sei als die anderen! Er spürte nur die Angst und die Traurigkeit seiner Eltern und rannte verängstigt von Zuhause weg.

Erst einige Stunden später fand Evon seinen verstörten Sohn, nahm ihn in die Arme und trug ihn nach Hause, wo Tabea voller Sorge wartete. Gerade 10 Sommer alt erfuhr Zan, dass Evon und Tabea nicht seine leiblichen Eltern waren und sie erzählten ihm, wie sie ihn fanden und dass er ein Geschenk für sie sei, dass er nie etwas anderes als ihre Sohn sein würde, den sie über alles liebten. Sie gaben ihm das Medaillon, dass er an dem Tag, an dem sie ihn gefunden hatten getragen hatten, doch die Symbole darauf konnten sie ihm nicht erklären. Die Liebe, die Zan von seinen Eltern empfing, war genauso groß wie vorher auch und seine Welt war soweit wieder in Ordnung, auch wenn er sich von den anderen Kindern zurückzog, zu deren Zielscheibe er geworden war. Seine Eltern lehrten ihn, mit seiner ungewöhnlichen Fä

Im zwölften Sommer seines Lebens brachte Evon ihm bei mit Pfeil und Bogen umzugehen, nachdem Zan von Legolas Greenleaf gehört hatte, der im Ringkrieg gekämpft hatte und dessen Umgang mit Pfeil und Bogen legendär war und nicht aufgehört hatte, seinen Vater zu bedrängen. Innerhalb kürzester Zeit zeigte sich seine Begabung mit dem Umgang dieser Waffe, Zan übertraf seinen Vater bei Weitem, und Evon schärfte ihm immer wieder ein Wer mit einer Waffe gut umzugehen weiß, der besitzt eine Macht, die nicht missbraucht werden darf! Setze diese Macht nur ein, um anderen zu helfen, nie um die selbst einen Vorteil zu verschaffen!

Gerade fünfzehn Sommer alt reiste Zan zum ersten Mal mit seinen Eltern nach Minas Tirith. Die Tochter von Evons bestem Freund, der immer noch bei der Stadtwache als Soldat tätig war, heiratete. Zan war von der Stadt begeistert und in den zwei Tagen, die sie in der Stadt verbrachten, zeigten seine Eltern ihm, wo sie damals gewohnt und wo sie ihn gefunden hatten. Evon trug wieder sein altes Schwert und es machte sich bezahlt, denn als sie auf dem Nachhauseweg überfallen wurden, schlug er die drei Räuber in die Flucht. Zuhause angekommen behaarte Zan darauf, den Umgang mit dem Schwert zu lernen. Wie sonst könne er seine Eltern schützen. Obwohl nicht ganz so herausragen wie mit Pfeil und Bogen, beherrschte er dennoch in kürzester Zeit auch das Schwert.

Im Herbst, wenn der Winter sich näherte, gingen die Männer auf die Jagd, um genügend Fleisch zu haben, damit sich durch den Winter kamen. Evon führte seit Jahren die Gruppe an und nie musste eine Familie Hunger leiden. Im Herbst in dem Jahr, in dem sie in Minas Tirith gewesen waren, erkrankte Evon an Lungenentzündung. Die Männer klagten und gingen allein auf Jagd, doch sah man schon in den ersten Tagen, dass sie nicht genug Wild fangen würden. Und so machte sich Zan auf die Jagd, zusammen mit seinem besten Freund Rath, den er in der Schule kennen gelernt hatte und die von Anfang unzertrennlich gewesen waren. Rath hatte nie Zans Fähigkeiten in Frage gestellt oder als unheimlich empfunden, sondern es einfach als Teil von ihm hingenommen. Dank Rath hatte Zan gelernt mit dem Gespött über seine Lese- und Schreibschwäche umzugehen, denn Rath war ihm nie von der Seite gewichen und hatte ihm geholfen, wo er nur konnte. Im Gegenzug hatte Zan ihm andere Dinge beigebracht, wie man Fährten las, wie man mit dem Schwert umging.
Blind konnten sich Zan und Rath aufeinander verlassen und dank Zans außergewöhnlicher Fähigkeit war ihr erster Jagdausflug erfolgreich und weitere folgten, die nicht weniger erfolgreich waren. Bald schon zollten die Männer Zan Respekt, denn eines Tages hatten er und Rath sich ihnen angeschlossen und Zan hatte die Führung übernommen. Obwohl er noch so jung war, hatten die Männer auf ihn gehört und waren mit frischem Fleisch heimgekehrt.

Evons Zustand verschlimmerte sich und Tabea gab die Hoffnung auf, einen weiteren Sommer mit ihrem Mann zu erleben. In einer stürmischen Nacht machte Zan sich auf den Weg nach Minas Tirith, um Medizin zu besorgen, die seinen Vater retten würde. Er fand einen Heiler namens Narvik, der bereit war, mit ihm zu gehen und seinem Vater zu helfen. Als Gegenleistung verlangte er, dass Zan sich zwei Jahre in seine Dienste als Leibwächter begab, denn er hatte von einem Freund aus dem Dorf schon einiges über den Jungen gehört. Zan willigte ein. Um seinen Vater zu retten hätte er einen Pakt mit Sauron persönlich geschlossen.

Narvik brachte Evon über den Winter und verlangte von Zan nach Minas zu kommen, wenn der Frühling kam. Tabea weinte, als Zan sich auf den Weg machte, sein Versprechen einzulösen, denn keiner wusste, wohin es ihn verschlagen würde. Evon, der wieder völlig gesund war, nahm seinen Sohn schweigend in die Arme, doch in seinen Augen glitzerten Tränen.

Mit Narvik bereiste Zan Mittelerde und sah Orte, von denen er bisher nur gehört und von denen er nicht geglaubt hatte, dass er sie je sehen würde: er ritt durch Gondor, kaufte sein erstes eigens Pferd in Rohan und selbst Mordor war für ihn nicht einfach nur ein Name, sondern nun ein Land, das er mit eigenen Augen gesehen hatte.

Narvik wusste schon nach kurzer Zeit die Anwesenheit Zans zu schätzen, denn er verlor in keiner Situation je den Kopf, erwies sich als außergewöhnlicher Kämpfer, der mit den Jahren immer besser wurde. Als Zan 17 Sommer zählte, verletzte er sich bei einem Kampf, als er Narvik vor Räubern beschützte. Sein rechtes Handgelenk war von einem gegnerischen Schwert verletzt worden, doch Narvik gab den Jungen, der ihm ans Herz gewachsen und der sein Freund geworden war, nicht auf und schaffte es, seine Hand wieder funktionsfähig zu machen. Doch weder Knochen noch Sehnen wollten wieder so stabil werden wie einst und so trägt Zan seitdem einen Armschutz aus Leder, der seiner Hand den Halt gibt, den er benötigt ohne dabei die Bewegung einzuschränken.

Zan blieb über die zwei Jahre hinaus bei Narvik, lernte einiges über die Heilkunde und als Krieger eilte ihm oft sei Ruf voraus. Nie erhob er unnötig seine Waffen, nie vergoss er unnötig Blut, er lernte seine Fähigkeiten bestens zu nutzen. Und er sah Orte und Länder, von denen andere nur träumen konnten.

Zan und Narvik weilten gerade einige Zeit in den Ländern Rohans, als Narvik spürte, wie sein Zeit vorüber war. Seine letzten Worte würde Zan nie vergessen „Sieh zu, dass du endlich dein Jungfrauen-Dasein aufgibst, das ist doch unnatürlich!“ und Narvik starb mit einem Grinsen, während Zan um seinen Freund trauerte. Sieben Jahre, nachdem er den Bauernhof seiner Eltern verlassen hatte, kehrte Zan zurück. Seine Eltern waren gealtert, doch Tabea war in seinen Augen immer noch genauso schön wie zuvor. Sein Freund Rath war mittlerweile glücklich verheiratet und hatte zwei engelsgleiche kleine Töchter und einen Sohn. Den ersten Tag nach seiner Heimkehr feierten Rath und er ausgelassen, was ihnen am nächsten Tag einen höllischen Kater bescherte. Einige Monate lang packte Zan auf dem Hof seiner Eltern mit an, doch er war kein Bauer, sondern ein Krieger und so zog es ihn kurz nach seinem vierundzwanzigsten Geburtstag nach Minas Tirith.

Sein Medaillon trägt er immer noch um den Hals, gut verborgen unter seiner Kleidung. Auf seinen Reisen hat er vieles darüber erfahren, doch weiß er nicht, was stimmt und was nicht und seine Bedeutung wird ihm wohl immer ein Rätsel bleiben. Der Name des gefürchteten Volkes, Schwarze Numenorer, war des öfteren gefallen…

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