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Genre: Kindermärchen Gebiet: Rohan Zielgruppe: Kinder Autor: Naadirah Es war einmal ein Junge namens Corin. Er lebte gemeinsam mit seinem Vater auf einem kleinen Bauernhof am Nebelgebirge. Seine Mutter war im vergangenen Winter verstorben und seid her war der Vater faul geworden, den ganzen Tag blieb er im Haus anstatt die Felder zu bestellen und anstatt Essen zu kaufen, kaufte er sich schales Bier und Wein. Corin machte sich Sorgen und versuchte sich und seinen Vater über die Runden zu bringen. Eines Tages schickte der Vater den Jungen los, er solle in die Stadt gehen und etwas, was sie noch hatten, gegen etwas zu Essen eintauschen. Doch sie hatten kaum noch etwas, was es wert wäre, es gegen etwas anderes einzutauschen. Schweren Herzens ging der Junge in den Stall zu dem Esel. Der Esel war lange ein guter Freund für Corin gewesen und es tat ihm leid, diesen jetzt weg zu geben, doch der Esel würde es sicher verstehen. Mit gesenktem Kopf machte er sich auf den Weg in die Stadt, erst am frühen Abend kam er dort an und sein Magen knurrte vor Hunger. Als er an einem Stand mit frischen Äpfel vorbei kam, war sein Hunger so groß, dass er trotz schlechten Gewissens, sich einen Apfel nahm und weiter ging, doch der Händler hatte den Jungen gesehen und schrie ihm wütend hinterher. Corin, der plötzlich Angst bekam, rannte um sein Leben und bog in eine Seitenstrasse ein, wieder bog er ein und irgendwann landete er in einer dunklen Seitengasse und stieß mit einem Mann zusammen. Corin tat das wirklich leid und entschuldigte sich. Der Mann, der noch mit einem anderen zusammen war, geäugten den Jungen. "Was machst du denn in dieser Gegend?", fragten sie finsteren Gestalten. "Ich solle diesen Esel tauschen.", sagte Corin wahrheitsgemäß. "Ach wirklich, was möchtest du den dafür haben?" "Was habt Ihr denn zum tauschen?" Die beiden Männer schauten sich grinsend an und der eine begann in der Tasche seines Mantels etwas zu suchen. Gespannt blickte Corin und fragte sich, was der Mann da wohl hätte, doch als dieser dann ein paar Bohnen aus der Tasche zog, verzog Corin das Gesicht. "Damit werden mein Vater und ich aber nicht satt.", meinte er, aber der Mann lachte, "Dummer Junge, dass sind Zauberbohnen." "Zauberbohnen?" "Ja wenn du sie einpflanzt, dann bergen die Blätter keine normalen Bohnen, sondern goldene Bohnen! Dann kannst du dir und deinem Vater so viel zu Essen kaufen wie du willst!" Corins Augen waren immer größer geworden. "Und die wollt Ihr mir für einen Esel geben?" "Nun, wir möchten nur einem kleinen Jungen helfen." Natürlich waren es keine Zauberbohnen, doch dass wusste Corin nicht und tauschte seinen lieben Esel gegen die falschen Bohnen. Überglücklich machte er sich auf den Weg nach Hause um alles seinem Vater zu berichten. Nun mussten sie nie wieder hungern und sie könnten sich neue Kleider kaufen. Spät in der Nacht erreichte Corin außer Atem den Bauernhof und eilte in das Haus. Sein Vater war vor dem Kamin eingeschlafen, doch Corin war so aufgeregt gewesen, dass er ihn so lange rüttelte und schüttelte bis er wachte. Eilig erzählte Corin was ihm passiert sei und präsentierte seinem Vater die paar Bohnen. Dieser durchschaute aber den Trick und verfluchte seinen Sohn das er den Esel gegen so einen Mist eingetauscht hat, er sei ein Taugenichts und zu dumm um so eine Lüge zu erkennen. Corin war den Tränen nah, wie konnte sein Vater nur so gemein zu ihm sein? Doch als wäre das alles nicht genug gewesen, warf der Vater die Bohnen hinaus, mitten in den Teich. Corin rannte hinterher und versuchte sie zu finden, doch das Wasser war zu dreckig und der Boden zu schlammig und irgendwann gab er es auf und legte sich völlig verdreckt auf seine Schlafstatt. Am nächsten Morgen erwachte er lange vor seinem Vater und ging hinaus, er wollte seinen Augen nicht glauben, denn genau dort, wo in der Nacht noch der Teich war, war nun eine riesige Bohnenranke. Corin legte den Kopf in den Nacken, doch die Spitze der Bohnenranke verlor sich in den Wolken. Fast schon hatte er zurück in das Haus rennen wollen um seinem Vater davon zu erzählen, doch lagen die gemeinen Worte noch immer in seinen Ohren und so tat er es nicht. Aufgeregt kletterte Corin hoch bis zu dem ersten Bohnentrichter, vielleicht lagen dort ja wirklich goldene Bohnen. Mit einem kleinen Messer zerschnitt er die Hülle, jedoch erblickte er nichts was golden war, es waren nur riesige Bohnen! Aber zumindest schienen sie genießbar zu sein, auch wenn sie keinen Kochtopf hatten, wo auch nur eine der Bohnen reingepasst hätte, so könnte man sie klein hacken und zu einem Eintopf kochen. Aber Corins Abenteuerlust war gestärkt und wieder schaute er nach oben. Er hatte sich so lange gefragt, was da oben wohl sein würde, dass er sich dazu entschlossen hatte es einfach heraus zu finden. Und so begann er zu klettern, und zu klettern, immer weiter hinauf und hinauf, bis er über den Wolken war und dachte, dass das Gebirge gar nicht mehr das Nebelgebirge sei. In den Nächten legte er sich in einer Kuhle schlafen, wenn er durstig war, sammelte er die Tautropfen und wenn er Hunger hatte, schnitt er sich etwas aus einer Bohne heraus. Fast schon hatte er aufgegeben daran zu glauben, dass sie Ranke ihn irgendwo hinführte, da sah er eines Morgens weit oben ein Haus und aus ihm kam Rauch heraus. Mit neuem Mut machte er sich auf den Weg und erreichte bald das Haus. Riesig war es. Ungläubig starrte Corin zu der Tür, sie war viel größer als die Türen in einem normalen Haus. Laut rief er "HAAAAALLLLLOOOOOO!", dass Echo erklang und nichts war zu hören, doch dann erklangen die lauten Schritte und jemand öffnete die Tür. Ein großer stämmiger Mann stand vor ihm und Corin hatte keinen Zweifel: Es musste ein Riese sein! In Wirklichkeit war es ein Beorninger, der dort oben fern ab von dem Rest seines Volkes lebte, doch Corin hatte noch nie einen Beorninger gesehen und dachte deshalb es wäre ein Riese. Der Mann schaute zu dem Jungen hinunter. "Was willst du denn hier oben?", brummte er, so das Corin zusammen zuckte. "Ich komme aus Mittelerde und habe die Zauberbohnen eingepflanzt, sie sollen mir Gold bringen, wisst Ihr wo ich das Gold finden kann?" Natürlich wusste der Beorninger nicht wovon der Junge da sprach, doch er war schlau und dachte schnell. So lange hatte er keinen Besuch mehr gehabt und in seinem Haus sah es schrecklich aus, so ein wenig Hilfe würde ihm gefallen. "Oh ja das Gold, ich weiß wo es ist, aber was bist du bereit dafür zu tun?", fragte er gewitzt. "Ich tue alles dafür!", sagte Corin. "Gut, dann komm hinein und hilf mir ein wenig, dann sage ich dir, wo du das Gold findest." Der Beorninger hieß übrigens Bern und Corin half ihm in seinem Haushalt. Er fegte den Boden, er kochte Essen und bekam selbst etwas, er flickte die Kleider des "Riesen" und stopfte seine Socken. Bern hingegen tat gar nichts und schaute dem Jungen lieber zu. Einen ganzen Mond hatte Bern Corin in der Gegend herum gescheucht und ihn alles machen lassen, was ihm so einfiel. Am Ende des Monats ging Corin zu dem Beorninger. "Meine Hände sind wund und meine Beine schmerzen, wann wollt Ihr mir denn sagen, wo ich das Gold finde?", fragte er. Bern, der genervt von dem ganzen Gefrage war, sagte: "Wandere noch drei Tage lang die Ranke hinauf, dann wirst du einen riesigen Korb voll Gold finden!" Und so machte sich Corin wieder auf den Weg die Ranke hinauf. Ungefähr zur gleichen Zeit geschah auch etwas unten an dem Bauernhof. Natürlich hatte es sich herum gesprochen, dass der Alte - Corin Vater - eine riesige Ranke bei sich stehen hatte, doch die Leute dachten es wäre böse Zauberei und entschlossen, die Ranke zu fällen. Eine Woche lang hingen fünf Männer mit ihren Äxten an der Ranke um sie zu fällen, doch sie wussten nicht, dass irgendwo da oben auch noch Corin auf der Ranke war und als sie den Stamm endlich durch hatten, fiel die Bohnenranke und so auch Corin. Und er fiel und fiel und fiel so weit, dass er schließlich in Rohan landete und direkt vor die Füße des Königs, der gerade von der Jagd zurück kehrte. Natürlich wunderte sich der König, warum quer in seinem Land eine Bohnenranke und ein Junge lagen und stellte Corin zur Rede. Lang und breit erklärte er dem König was ihm passiert sei, dieser glaubte davon zwar kein Wort, doch er fand die Geschichte so amüsant, dass er Corin als Geschichtenerzählen im Königshaus einstellte. Und von da an lebte Corin glücklich und zufrieden in Rohan, sein Vater hatte dank der Bohnen immer etwas zu Essen, und wenn er nicht gestorben ist, so isst er sie noch heute. <<< Zurück zur Übersicht |
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